Politik & Wirtschaft

Weder selten noch Erden

Laut Medienberichten ist China bereit, seine Marktmacht als größter Produzent von Seltenen Erden einzusetzen. So beziehen die USA gut 60 Prozent ihrer importierten Seltenen Erden aus China – was zwölf Prozent der chinesischen Exporte oder auch fünf Prozent der chinesischen Produktion entspricht.

Seit 2010, als China Exporte nach Japan kurzzeitig aussetzte und seine Rolle als größter Anbieter mit politischen Zielen verknüpfte, verliert das Land jedoch kontinuierlich Weltmarktanteile auf heute rund 70 Prozent, schreibt der Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank, Ulrich Stephan, in seiner Zusammenfassung am Montag. Langfristig könnte eine solche Aktion gegen die USA daher kontraproduktiv sein und am Ende alternative Quellen und Technologien fördern.

Dazu kommt: Seltene Erden sind weder selten noch Erden, sondern ein Sammelbegriff für 17 Metalle von Scandium über Yttrium bis zu den Lanthanoiden, die häufiger vorkommen als viele traditionelle Industriemetalle wie Kupfer, Nickel oder Kobalt. Beim derzeitigen Verbrauch sollten die Vorkommen Seltener Erden noch etwa 700 Jahre ausreichen. Das Element Cer, das mit Lanthan rund 80 Prozent der US-Importe aus China ausmacht, kommt auf der Welt besonders oft vor. Jedoch ist der Abbau von Seltenen Erden auch aufwendig und umweltschädlich, so Stephan.

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